Nach(haltig) denken – Architektur mit Zukunft

Das Konzept der Nachhaltigkeit ist bei a+r integraler Bestandteil des architektonischen Denkens: Quartiere werden als langfristige, robuste Strukturen verstanden, mit nutzungsgemischten Sockelzonen, lebendigen und grünen Freiräumen und einer ausgewogenen Balance zwischen Dichte und Großzügigkeit. Ziel ist es, Architektur zu schaffen, die den Menschen einen dauerhaften Mehrwert bietet, sich selbstverständlich in ihren Kontext einfügt und verantwortungsvoll mit den Ressourcen umgeht.

Weiternutzung vor Wiederverwendung
Zirkuläres Bauen bedeutet bei a+r Architekten vor allem, Gebäude auf eine lange Lebensdauer und vielfältige Nutzungsoptionen auszurichten. Monofunktionale Gebäude, die nur für einen einzigen Zweck gedacht sind, gelten als Auslaufmodell. Frühzeitig wird mitgedacht, wie sich Strukturen künftig ändern, erweitern oder umnutzen lassen. Diese Haltung beeinflusst sowohl die Planung von Neubauten als auch die Arbeit mit dem Bestand. Bevorzugt werden flexible Tragstrukturen, die Umnutzungen mit vergleichsweise geringem Aufwand ermöglichen.

Exemplarisch ist der Wettbewerbsentwurf für die Interimsspielstätte der Württembergischen Staatstheater Stuttgart : Das Konzept folgt konsequent dem Prinzip „Weiternutzung vor Wiederverwendung“. Etwa 80 Prozent der Gebäudestruktur sind für eine dauerhafte Nutzung ausgelegt. Der Backstage-Bereich bleibt als robuster Skelettbau erhalten und wird später umgenutzt. Der Zuschauerraum und die Bühne dagegen werden im Sinne des zirkulären Bauens als demontierbare Konstruktion geplant und können nach Ende der Interim-Nutzung in Stuttgart an einem anderen Ort wieder aufgebaut und als temporäre Spielstätte weitergenutzt werden.

Auch im Bildungsbau verfolgen a+r Architekten diesen Ansatz: Aktuelle Schulbauten werden als Skelettbauten konzipiert, sodass die Gebäude künftig nicht nur für Schulen, sondern ebenso für Verwaltungs- oder Wohnnutzungen geeignet sind. Es entsteht ein modulares System, dessen Elemente demontierbar und wiederverwendbar sind – ein übertragbares Konzept, das Kreislauffähigkeit strukturell verankert.

Architektur im Dialog
Architektur ist für a+r Architekten nie Selbstzweck. Sie entsteht im Dialog mit dem Ort und den Nutzenden und sie berücksichtigt die langfristigen Anforderungen an Gebäude und Quartiere. Zirkuläres Bauen wird nicht als Spezialdisziplin verstanden, sondern als selbstverständlicher Bestandteil einer Architektur, die auf Dauer angelegt ist – ökologisch, funktional und sozial tragfähig.